Cover imageCover imageCover image

Veröffentlicht am 18. Oktober 2022

Seniorengerechter Umbau: Was sollten Sie beachten?

Die Alternative zu einem Umzug im Alter: das Eigenheim seniorengerecht umbauen. Wir erklären Ihnen, was es hierbei zu beachten gibt.

Mit zunehmendem Alter verändern sich viele Dinge im Leben. Natürlich auch der Körper eines jeden Menschen. Die Knochen und Muskulatur werden weniger belastbar, die Augen und Ohren verlieren an Kraft, und kleinere sowie größere Krankheiten gehören vermehrt zum Alltag. Die eigene Umgebung kann zu einer echten Herausforderung werden: Türschwellen werden zum Hindernis, Treppen zu einer echten Gefahr, schlecht beleuchtete Räume sorgen nicht mehr für eine gemütliche Atmosphäre, sondern sind eher lästig. Das Zuhause, eigentlich ein Ort des Wohlfühlens, wird zur Belastung.

Für einige Eigentümer scheint es die einzige Möglichkeit zu sein, auszuziehen und somit die geliebten vier Wände zu verlassen. Doch dies ist nicht die einzige Option - die eigene Immobilie kann so umgebaut werden, dass sich Eigentümer auch im höheren Alter frei bewegen können und dadurch weiterhin in ihrem Zuhause wohlfühlen.

Seniorengerechter Umbau in der Küche

Die Küche wird, in nur wenigen Schritten, zu einem Ort, der auch den Bedürfnissen der älteren Generation gerecht werden kann. Das eigene Zubereiten des Essens ist für viele Menschen ein wichtiger Faktor ihres alltäglichen Lebens. Der Zeitpunkt, ab dem dies nicht mehr wie gewohnt möglich ist, ist für viele ein sehr schwerer Schritt. Daher ist es der Wunsch vieler, dass ihre Küche auch im Alter für sie noch unkompliziert nutzbar ist.

Ein wichtiger Punkt, der nicht nur im Alter wichtig ist, ist, dass die Küche ergonomisch vorteilhaft gebaut wird. Dies bedeutet, dass die Arbeitsflächen und Utensilien wie Geschirrspüler auf einer Höhe sind, die den Rücken entlasten. Noch besser wäre es, wenn diese in der Höhe verstellbar sind, da so auch Personen unterschiedlicher Größe entspannt in der Küche das Gemüse schneiden können. Es sollte auch darauf geachtet werden, dass jegliche Schränke und Regale so angebracht werden, dass sie stets einfach zu erreichen sind und nicht nur unter größerer Anstrengung.

Ein weiterer Aspekt einer seniorengerechten Küche ist die Einbindung von Smart-Funktionen, wie beispielsweise einer Herdplatte, die nach längerer Nichtnutzung von allein ausgeht oder ein Kühlschrank, der mit einem Geräusch auf sich aufmerksam macht, wenn man er zu lange aufgelassen wurde. Auch eine gute Beleuchtung spielt in der Küche eine wichtige Rolle. So sollten beispielsweise in den Bereichen, in denen Essen zubereitet wird, immer genügend Lichtquellen vorhanden sein, die hell genug sind, damit alles einfach zu erkennen ist. So wird das Ablesen von Rezepten, das Abmessen von Zutaten oder die Gewürzzugabe nicht mehr zur Qual für die Augen. Für Menschen mit Mobilitätsproblemen könnte eine offene Wohnküche von Vorteil sein. So ist es einfacher, sich zu bewegen.

Altersgerechter Umbau im Badezimmer

Bei dem Badezimmer gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, dieses altersgerecht umbauen zu lassen. Hier kommt es ganz darauf an, auf wie viel Hilfe man angewiesen ist bzw. inwieweit der Mensch, der das Bad nutzt, eingeschränkt ist. Es gibt kleinere Dinge, die angepasst werden können, wie z.B. ein Badewannenkissen oder größere Umbauten wie eine barrierefreie Dusche, ein barrierefreies WC, eine Sitzbadewanne, die eingebaut werden können oder aber die Komplettsanierung. Bei einer Komplettsanierung können sich die Kosten auf 8.000 - 10.000 € belaufen.

Seniorengerechter Umbau im restlichen Zuhause

Schon vor dem Eintreten ins traute Heim kann es für viele ältere Menschen zu Problemen kommen. Plötzlich scheinen die Treppen zur Haustür wie ein steiler Berg, den es zu erklimmen gilt. Ein Treppengeländer, rutschfeste bzw. überdachte Stufen und ein Stuhl, auf den sie sich nach dem Eintreten ins Haus setzen können, dürften schon einen großen Unterschied machen. Ist Ihr Haus oder Ihre Wohnung im Inneren mit einer großen Treppe versehen? Hier könnte ein Treppenlift infrage kommen, so wird das Treppenlaufen nicht mehr zu einer Herausforderung.

Sollten Eigentümer nicht mehr ohne Gehilfe wie ein Rollator zurechtkommen, sollten die Türen breit genug sein, um die Fortbewegung einfacher zu gestalten. Auch Türschwellen sollten entfernt oder mit kleinen Rampen versehen werden.

Sicherheit erhöhen

Für mehr Sicherheit im eigenen Zuhause können besonders zwei Veränderungen einen großen Unterschied machen. Zum einen gibt es die technische Modernisierung. So kann ein Notrufsystem eine große Hilfe sein und Senioren ein Gefühl der Sicherheit geben. Unter anderem werden Armbänder mit einem Knopf angeboten, welchen ältere Menschen nutzen können, wenn sie in echter Gefahr sind und schnell Hilfe benötigen. , Dieser Knopf kann schnell und direkt einen Krankenwagen oder Angehörigen alarmieren. Auch ein Zentralschalter, der beim Betätigen sämtliche elektronischen Geräte im Haus abschaltet, kann sehr hilfreich sein. So können Menschen, die eventuell etwas vergesslicher geworden sind, im Handumdrehen sicher sein, dass Herd, Bügeleisen und Co wirklich ausgeschaltet sind.

Auch eine effektive Beleuchtung kann schon für mehr Sicherheit sorgen. Viele helle Lampen mit einfach erreichbaren Lichtschaltern, oder intelligente Lichtsysteme, die nachts für eine gute Orientierung sorgen, können das alltägliche Leben einfacher gestalten.

Die Finanzierung eines seniorengerechten Umbaus

Damit Senioren und pflegebedürftige Menschen so lange wie möglich selbstständig in Ihrem Eigenheim leben können, fördern die Pflegekassen die barrierefreie Gestaltung von Wohnbereichen. So wird sichergestellt, dass Senioren auch im Alter ihren Alltag weiterleben, ihre Einkäufe erledigen und soziale Kontakte pflegen können. Der erste Schritt, um dies zu ermöglichen, ist die Anpassung und grundlegende Veränderung des Wohnumfeldes. Umbaumaßnahmen für Bewohner von Pflegeheimen werden von der Bundesregierung mit Mitteln der privaten Pflegeversicherung oder der Kreditbank für Wiederaufbau (KfW) gefördert. Diese Mittel können für kleinere und größere Umbauten verwendet werden. In jedem Fall müssen sie zweckentsprechend verwendet werden. Der deutsche Staat zahlt die Mittel erst aus, wenn er die Fertigstellung der Arbeiten überprüft hat. Mit dem Umbau darf aber erst begonnen werden, wenn Sie die Förderzusage der Pflegekassen oder der KfW erhalten haben.

Beratung vorweg

Die Verbraucherzentralen beraten auf verschiedene Arten und Weisen für Umbauten jeglicher Natur. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung e.V. stellt Wohnberatungsstellen zur Verfügung, die über barrierefreie Umbauten und Anpassungen beraten. Hier können Sie sich außerdem über mögliche Förderungen informieren. Menschen mit Behinderung können Eingliederungshilfe bei den örtlichen Sozialhilfeträgern beantragen, die auch über Fördermöglichkeiten informieren. Wichtig ist: Lassen Sie sich vorab beraten und nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch.

Checkliste: Welche Anforderungen sollte der Umbau erfüllen?

  • Die Immobilie muss ohne/mit wenig Schwellen und Stufen begehbar sein
  • Türrahmen und Flure sollten breit genug sein, um sich mit einem Rollator bewegen zu können
  • Das Bad muss so gestaltet sein, dass sich selbstständig gewaschen und gepflegt werden kann
  • Die selbstständige Fortbewegung sollte, gegebenenfalls durch Hilfsmittel, möglich sein
  • Die Beleuchtung und technische Ausstattung sollte die Sicherheit der Immobilie erhöhen

Umgestaltung statt Umbau

Selbstverständlich gibt es auch einige Möglichkeiten das Zuhause so zu gestalten, dass es auch im Alter keine Gefahren oder Fallen verbirgt bzw. das Wohnen etwas einfacher gestalten. So können Sie beispielsweise Sitzgelegenheiten an den Orten platzieren, wo sie sich häufig für längere Zeit aufhalten, wie in der Küche oder im Badezimmer. Andere Hilfsmittel wie ein Gehstock sollten in der Nähe der Haustür aufbewahrt werden. Auch die Höhe der Möbel macht einen großen Unterschied im alltäglichen Leben. So können das Bett, Sessel und Sofa oder Stühle bequemer sein, wenn diese etwas höher sind. Haltegriffe oder Geländer an verschiedenen Orten können das Sicherheitsgefühl beim Gehen verstärken bzw. es vereinfachen, nach längerem Sitzen wieder hochzukommen.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: