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Veröffentlicht am 18. Juli 2022

Geistig fit bleiben im Alter: Training fürs Gehirn

Für ein gesundes Leben ist nicht nur die körperliche Fitness wichtig. Auch der Geist sollte im Alter fit bleiben. Doch wie trainiere ich mein Gehirn?

Milch, Brot, Butter und was stand noch gleich auf der Einkaufsliste, die zu Hause vergessen wurde? Natürlich ist es ganz normal, gelegentlich Dinge zu vergessen. Besonders wenn der Mensch älter wird, kommt es häufiger zu kleineren ‘Aussetzern’ des Gedächtnisses. Sobald sich diese Momente des Vergessens immer mehr häufen, kann dies bereits ein erstes Anzeichen für ernsthafte gesundheitliche Einschränkungen sein. Umso wichtiger ist es daher, sein Gehirn fit zu halten und präventiv gegen diese Einschränkungen vorzugehen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die sich besonders gut hierfür eignen. Wir zeigen Ihnen heute, wie auch Sie geistig fit im Alter bleiben können.

Den Geist fit halten: Wieso ist es im Alter besonders wichtig?

Mit dem Älterwerden verändert sich der Körper: die Haare ergrauen, die Haut bekommt mehr Falten und durch die verkleinerten, weniger elastischen Bandscheiben nimmt die Körpergröße ab. Doch nicht nur die äußere Erscheinung, auch das Gehirn verändert sich. So verliert es im Alter an Masse, da bis zu 10 Prozent der Nervenzellen über die Jahre verloren gehen können. Auch die Fähigkeit, Synapsen zu bilden, nimmt ab. Synapsen werden gebildet, wenn das menschliche Gehirn neue, komplexe Aufgaben löst. Je häufiger das Gehirn genau dies tut, desto stärker entwickelt sich das Netzwerk aus Synapsen-Nervenzellen. Wenn diese ''Netzwerke'' im Alter nicht mehr genutzt werden, baut das Gehirn ab.

Demzufolge ist es wichtig, unterschiedliche und vor allem neue Aufgaben auch im Alter zu meistern, damit die normale Hirnfunktion aufrechterhalten wird. Körperlich und geistig fit zu bleiben ist dabei das A&O. Es erscheint einfach, sich mit dem steigenden Alter auf dem alten, wohlbekannten Rhythmus des eigenen Lebens auszuruhen. Doch gerade an diesem Punkt ist es essenziell, den gewohnten Rhythmus zu verlassen und Neues zu entdecken, Neues zu lernen oder neue Menschen kennenzulernen.

Zu einem gesunden Geist gehört auch ein gesunder Körper. Regelmäßige Bewegung und Übungen sowie eine gesunde Ernährung sollten dabei in Ihrem Leben nicht fehlen. Die Zufuhr von notwendigen Vitaminen und Spurenelementen ist notwendig, um die Gesundheit des Gehirns beizubehalten.

Mit diesen sechs Tipps auch im Alter den Geist fit halten

Zu den grundlegenden Aspekten einer gesunden Ernährung und angemessenen Bewegung gibt es auch noch andere Dinge, auf die Sie achten können, damit Ihr Gehirn fit bleibt.

1. Neues lernen

Wie schon vorab erwähnt, ist es wichtig für das Gehirn immer wieder Neues zu lernen und sich Herausforderungen zu stellen, damit neue Synapsen gebildet werden können. Das geht am besten, wenn man sich etwas aussucht, das man vielleicht schon immer gerne machen wollte, aber nie ausreichend Zeit zur Verfügung stand. Sie wollten schon immer eine neue Fremdsprache, wie Französisch lernen? Lernen, Klavier spielen zu können? Oder jonglieren? Warum denn nicht genau jetzt damit anfangen? So können Sie nicht nur Ihr Gehirn auf Trab halten, sondern auch noch die eigenen Kinder zum Staunen bringen.

2. Freunde, Familie & Bekannte treffen

Soziale Kontakte zu pflegen ist ein wichtiger Punkt, um für eine allgemeine mentale Gesundheit zu sorgen. Einsamkeit kann schwere gesundheitliche Folgen mit sich tragen. Deshalb ist es umso wichtiger, auch im Alter regelmäßig Freunde und Familie zu treffen. Doch wieso nicht eigentlich neue Leute kennenlernen? Es gibt einige Angebote für Senioren, bei denen Sie neue Kontakte knüpfen können. Schauen Sie sich dazu beispielsweise in Ihrer Kirchengemeinde um oder kontaktieren Sie die Mitarbeiter vom Roten Kreuz in Ihrer Stadt. Diese organisieren gemütliche Nachmittage mit Kaffee & Kuchen für Senioren und gelegentlich auch Ausflüge, die Sie wahrnehmen können. Interessante Gespräche mit bisher unbekannten Menschen sind nicht nur gut für das Gehirn, sondern auch für die Seele.

3. Gehirntraining

Sudoku oder Kreuzworträtsel? Wählen Sie etwas, was Ihnen Freude machen könnte… In einem Zeitschriftenkiosk in Ihrer Nähe gibt es viele verschiedene Optionen für kleines Geld. Solche Optionen lassen sich auch online finden, ebenso wie Kurse an einer Volkshochschule, die das Gehirn neu und abwechslungsreich fordern.

4. Im Haushalt aktiv bleiben

Wenn es sich körperlich vereinbaren lässt, empfiehlt es sich, so viel selbst im Haushalt zu machen, wie es möglich ist. Lebensmittel einkaufen gehen soll beispielsweise zu einer der besten Aufgaben gehören, die gut für das Gehirn sind. Ein Tipp hierbei: Versuchen Sie die Einkaufsliste bei kleineren Einkäufen zu Hause zu lassen und erinnern Sie sich von allein an die Dinge, die Sie besorgen wollten.

5. Tanzen

Tanzen erfordert nicht nur Konzentration, sondern auch Koordination. Beides, vor allem in Kombination, wirkt sich positiv auf das Gedächtnis aus. Es ist außerdem eine schöne Gelegenheit, dem Partner oder der Partnerin wieder etwas näherzukommen. Auch hier gibt es Angebote, die auf ältere Menschen ausgerichtet sind.

6. Karten- oder Gesellschaftsspiele

Ob Memory oder Schach: Spielen fordert die grauen Zellen und bringt nebenbei noch großen Spaß. Außerdem verbindet man häufig das Spielen von Kartenspielen und Co. mit dem Treffen von Menschen und schlägt so zwei Fliegen mit einer Klappe.

Fazit: Auch wenn die Fähigkeiten und Leistungen des Gehirns mit dem Alter abnehmen, ist es dennoch ein flexibler Teil unseres Körpers, der mit dem richtigen Training und einer gesunden Lebensweise fit gehalten werden kann. Und auch wenn der Schlüssel zum Auto häufiger auf dem Küchentisch vergessen wird, die Partie Schach gegen die Enkel gewinnen immer noch Sie.

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